Théo van Rysselberghe (1862-1926) - Laure Flé Lisant

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Name
Théo van Rysselberghe (1862-1926) - Laure Flé Lisant
Measurements
Height: 32 cm, Width: 26 cm
Reference
DAAA100688
Techniques
Bemalt
Colors
Schwarz, Weiß, Grau, Beige
Materials
Opal
Styles
Modern
Periods
19. Jahrhundert Antik To be dated: circa 1897-1899
Origins
Belgien
Beschreibung
Diese raffinierte Zeichnung zeigt Laure Flé, die in einem Sessel sitzt und vertieft in ihr Lesen ist. Van Rysselberghe konstruiert sie mit einer zarten, aber sicheren Linie, die es der Pose ermöglicht, aus einem Nebel von schnellen, parallelen Strichen hervorzutreten. Ihre Konzentration wird durch die nach innen gerichtete Kopfbewegung und die feste, elegante Geste der Hand, die das Buch hält, betont. Hintergrund und Sitz werden mit einigen vertikalen und diagonalen Schraffuren angezeigt, wobei der Fokus auf dem ruhigen Rhythmus des Gewands und der anmutigen Kurve der Silhouette des Sitzenden liegt.

Van Rysselberghe ruft das ruhige, bürgerliche Interieur und die raffinierte Welt der Literatur hervor, die so oft seinen Kreis von Schriftstellern und Intellektuellen umgab. Das Ergebnis ist ein Porträt der Introspektion statt der Darstellung, das einen flüchtigen, privaten Moment einfängt, anstelle eines formellen Porträts.

Die Sitzende ist Laure Flé, eine Opernsängerin und die Frau des Komponisten Georges Flé. Während der Sommerferien empfingen das Paar oft Künstler, darunter Van Rysselberghe mehrmals, in ihrer Villa in Ambleteuse an der Opalküste im Pas-de-Calais. Das Paar wurde enge Freunde von Van Rysselberghe und seiner Frau Maria. Van Rysselberghe malte zahlreiche Porträts von Laure (Van Rysselberghes nannten sie oft "Laurely").

Théo van Rysselberghe (1862–1926) war eine der zentralen Figuren des belgischen Neo-Impressionismus und Gründungsmitglied der Avantgardegruppe Les XX. Ausgebildet an den Akademien von Gent und Brüssel, zeichnete er sich schnell durch leuchtende, moderne Porträts und Landschaften aus. Eine entscheidende Begegnung mit Georges Seurat und Paul Signac in Paris Mitte der 1880er Jahre führte ihn zur Übernahme der divisionistischen Technik, bei der kleine Farbtupfer oder Punkte reiner Farbe aufgetragen werden, die sich im Auge des Betrachters vermischen. Van Rysselberghe wurde ein wichtiger Vermittler zwischen den französischen Neo-Impressionisten und Künstlern in Belgien und darüber hinaus, indem er international ausstellte und die neue Ästhetik einem breiteren Publikum vorstellte.

Im Laufe der Zeit wich sein strenger pointillistischer Stil einer entspannteren Pinselarbeit, doch er gab nie sein Interesse an Licht, Farbharmonie und kompositorischer Klarheit auf. Neben sonnenverwöhnten mediterranen Szenen und Meereslandschaften blieb die Porträtmalerei ein konstanter Bestandteil seines Werkes. Er porträtierte viele Schriftsteller, Musiker und Mäzene in seinem Kreis, oft in Momenten des Lesens oder der stillen Reflexion, wie in der vorliegenden Zeichnung. Van Rysselberghes subtile Erforschung des Charakters, kombiniert mit seinem raffinierten Sinn für Linie und Licht, stellt ihn unter die erfahrensten Porträtmaler des Fin de Siècle.

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