Miniatur-Garnitur aus fünf Delfter Polychrom-Vasen für ein Puppenhaus
Preis auf Anfrage Preis auf Anfrage Preis auf Anfrage Preis auf Anfrage Preis auf Anfrage Preis auf Anfrage Preis auf Anfrage Preis auf Anfrage Preis auf Anfrage
Versand aus Niederlande
more than € 500.000 more than € 429.221 more than € 574.383 more than € 2.732 more than € 66.921 more than € 550.540 more than € 44.490 more than € 314.268 more than € 54.906
Ein viertüriger Schrank, verziert mit Skulpturen, ist wohl das charakteristischste und prächtigste Möbelstück aus dem niederländischen 17. Jahrhundert. Die aus Eichenholz geschnitzten Skulpturen wurden nicht von den Möbeltischlern selbst hergestellt, sondern von dafür qualifizierten Bildhauern.
Solche kostbaren Möbel wurden für frisch verheiratete Paare als Mitgift bestellt, um die damals so kostbare (handbestickte) Bettwäsche unterzubringen. Da ein Skulpturenschrank oft das exklusivste Möbelstück im Haus war, wurde er im „voorsael“ platziert. In diesem wichtigsten und repräsentativsten Raum des Hauses zeigte der Skulpturenschrank nicht nur den Reichtum und den guten (modernen) Geschmack der Besitzer, sondern verwies auch auf deren Vertrautheit mit den guten Tugenden, die so häufig auf dem Schrank dargestellt sind.
Unter einem profilierten Gesims befindet sich ein reich verziertes Fries mit Schnitzereien einer Vase, zweimal von Vögeln flankiert, umgeben von Ranken. Das Fries wird von drei Kopfkonsolen unterbrochen, die das Gesims zu tragen scheinen. Darunter drei geschnitzte und teilweise freistehende Karyatiden unter einem ionischen Kapitell. Diese Frauenfiguren symbolisieren die „göttlichen Tugenden“ von links nach rechts: Glaube, Liebe und Hoffnung. Raffiniert ist die Art und Weise, wie die Figuren ihren Platz im Raum beanspruchen, indem sie einen Fuß nicht vollständig auf das Sockel setzen, sondern nach vorne herausragen lassen.
Die Türen des Schrankes sind mit geschnitzten Paneelen versehen, vier im Unterteil, zwei im Oberteil, umgeben von geschnitzten Eichenholzrahmen und Ebenholzstreifen. In diesen Paneelen sind erneut die sieben Tugenden umgeben von Ranken dargestellt. Im Oberteil finden wir links nochmals Caritas und rechts Temperantia. Auf der linken Tür des Unterteils Spes und darunter Justitia, auf der rechten Tür Fortitudo und darunter Prudentia. Im Unterteil wird die vertikale Linie mit drei gerillten Halbsäulen mit korinthischen Kapitellen fortgesetzt, endend in einem Kartusche, in der wiederum drei Personifikationen dargestellt sind; Justitia ganz links, in der Mitte Prudentia und ganz rechts Fortitudo.
Der Schrank steht auf der Rückseite auf durchgehenden Ständern und auf der Vorderseite auf zwei ebonisierten Kugelfüßen unter einer langen Schublade mit drei Löwenmasken und Rankendekorationen.
**Ikonografie**
Auf diesem Schrank sind die Personifikationen der sieben hauptsächlichen christlichen Tugenden abgebildet. Diese Tugenden sind erkennbar, da sie mit ihren entsprechenden Attributen dargestellt sind. So identifizieren wir die drei „göttlichen Tugenden“: *Fides*, (Glaube - erkennbar am Buch), *Spes*, (Hoffnung - mit dem Anker und dem Papagei) und *Caritas*, (Liebe - mit Kindern).
Zusätzlich sind die vier „kardinalen Tugenden“: *Justitia*, (Gerechtigkeit - mit einem Schwert und einer Waage), Temperantia (Mäßigung - mit einem Zepter und einem Kelch, in den sie Wasser in den Wein gießt), Fortitudo (Stärke - mit einer Säule) und Vorsicht (Prudentia, mit einer Schlange und einem Spiegel).
Der Schrankhersteller ist äußerst kreativ mit der Tatsache umgegangen, dass er 12 Möglichkeiten hatte, um sieben Personifikationen darzustellen. Daher sind fünf Tugenden doppelt dargestellt. Es wurde jedoch entschieden, die doppelten Personifikationen auf unterschiedliche Weise darzustellen, sodass keine Wiederholung entsteht.
Aufgrund des üppigen Rankwerks und der recht massiven Figuren kann man davon ausgehen, dass dieser Schrank um 1640 datiert werden kann.
Standort Amsterdam
Niederlande