Beschreibung
Große vernickelte Art-Deco-J. L. Reutter Wanduhr mit vier Glasplatten und Atmos-Uhrwerk in makellosem Zustand.
Unterzeichnet von Degon - Rouen, dem Wiederverkäufer.
Das massive, vernickelte Gehäuse mit vier Glasplatten im Art-Deco-Stil enthält ein signiertes champagnerfarbenes Zifferblatt mit arabischen Ziffern und gebläuten Stahl-Breguet-Zeigern, das Zifferblatt ist signiert mit Atmos, Pendule Perpetuelle, Made In France.
"Living On Air"
Die Geschichte der legendären Atmos-Uhr:
Ende der 1920er Jahre experimentierte der junge Pariser Ingenieur Jean-Leon Reutter mit einer Uhr, die keine direkte mechanische oder elektrische Intervention benötigte, um sie aufgezogen zu halten, kurz gesagt, eine Uhr, die nur durch Perpetuum Mobile angetrieben wurde.
Viele Wissenschaftler, darunter Leonardo Da Vinci, hatten über Jahrhunderte hinweg mit der Idee des Perpetuum Mobile experimentiert - jedoch gelang es nur J.L. Reutter schließlich, diese neuartige Idee in eine tatsächlich funktionierende Uhr zu integrieren.
Während seines Lebens führte J.L. Reutters Traum von einem Perpetuum Mobile-Zeitmessgerät dazu, dass er eine Uhr mit einem Zeitmechanismus entwickelte, der speziell darauf ausgelegt war, die kleinste mögliche Menge an Energie zu verbrauchen, um die Uhr zufriedenstellend laufen zu lassen.
Nachdem er das Design der 400-Tage-Jubiläumsuhr - die in jener Zeit sehr beliebt war - studiert hatte, brachte Reutter bedeutende Änderungen an diesem Konzept vor, um die geringe Eingangsleistung zu erreichen, die er für sein neues Uhrendesign suchte.
Reutters Modifikationen an der 400-Tage-Uhr umfassten Änderungen an der Hemmungsübersetzung, um den Bogen der Hemmung zu verringern, sowie das Hinzufügen von Juwelen zu den Lagern des Uhrwerks. Seine neue Uhr lief sicher und vor allem sehr zuverlässig.
Sein neues Uhrendesign umfasste eine spezielle Vorrichtung, die seine Uhr unabhängig mit einer Substanz antreiben würde, die auf die empfindlichsten Änderungen in Temperatur und atmosphärischen Bedingungen reagieren würde. Diese Substanz war Quecksilber. Er entwarf auch ein spezielles Glasrohr, ähnlich einem Thermometer, für das Quecksilber und umhüllte alles in einem Metallzylinder, der heute als Balg bekannt ist.
Das Ergebnis von Reutters Leistung war eine geniale neue Uhr wie keine andere, vergangen oder gegenwärtig. Ein Zeitmesser, der unabhängig und kontinuierlich laufen konnte und so unglaublich empfindlich war, dass er durch die geringsten Schwankungen in der Atmosphäre oder durch die geringsten Temperaturänderungen aufgezogen werden konnte, daher der Name: "Atmos-Uhr".
Später, aufgrund von Gefahren bei der Handhabung und Instabilität, wurde das Quecksilber im Balg, das die Atmos-Uhr antrieb, durch ein spezielles stabileres gesättigtes Gas namens 'Ethylchlorid' ersetzt. Das technologische Konzept des gasgefüllten Atmos-Balges ist bemerkenswert: In einer versiegelten Kapsel dehnt sich eine Mischung aus Gas und Flüssigkeit bei steigender Temperatur aus und zieht sich bei fallender Temperatur zusammen, bewegt die Kapsel hin und her wie ein winziges unsichtbares Akkordeon. Diese Bewegung wird genutzt, um ständig das Federhaus aufzuziehen und somit die Uhr laufen zu lassen und die perfekte Zeit zu halten. Eine geringe Temperaturschwankung von nur einem Grad reicht für über zwei Tage Betrieb aus. Eine solche Variation tritt natürlich bei normaler Zimmertemperatur auf und daher wird die Atmos-Uhr ohne zusätzliche Energiequellen, wenn sie unberührt bleibt, "ewig" weiterlaufen. Daher der Begriff: "Living On Air".
Die Verbindung von Atmos und Jaeger-LeCoultre
Als Reutters Atmos in den frühen dreißiger Jahren in die Produktion ging, machte der allgemeine Mangel an Begeisterung von Herstellern die Produktion der Atmos-Uhr schwierig. Die Reutter Atmos wurde produziert, aber nur in kleinen Stückzahlen.
Die Legende besagt, dass, während Reutter mit der Produktion seiner Atmos-Uhr zu kämpfen hatte, der Manager eines berühmten Schweizer Uhrenherstellers LeCoultre (ein weltweit bekanntes Unternehmen für feine Schweizer Uhren im französischen Tal der Schweiz) eines Tages durch eine Straße in Paris schlenderte und eine von Reutters Atmos-Uhren in einem Schaufenster zum Verkauf sah. Der Mann war so fasziniert von Reutters Atmos, dass er in den Laden ging und sie vom Ladenbesitzer kaufte.
Später, nach einer zufälligen Begegnung zwischen LeCoultre und Reutter, stimmte er (Reutter) dem Verkauf der Lizenz und schließlich seines Atmos-Uhr-Patents an die LeCoultre Watch Company zu.
Zur Zeit der Übernahme des Atmos-Patents durch LeCoultre befand sich LeCoultre in einem harten Wettbewerb mit einem anderen Uhrenunternehmen, Ed Jaeger aus Paris. Schließlich fusionierten LeCoultre und Jaeger zu dem berühmten Uhrenunternehmen: Jaeger-LeCoultre.
Mit dem kombinierten Wissen und der Expertise ihres neu gegründeten Unternehmens investierten Jaeger & LeCoultre beträchtliche Mittel in gemeinsame Forschung und Entwicklung der Atmos-Uhr von Reutter. Nur wenige Jahre später wurde die Serienproduktion der neu überarbeiteten Atmos-Uhr exklusiv unter dem Namen Jaeger-LeCoultre gestartet.
Die LeCoultre Atmos-Uhr wurde bald ein sehr modisches, prestigeträchtiges Geschenk in der Schweiz und schließlich weltweit.
Mit dem weiteren Erfolg von Jaeger-LeCoultre und der Atmos-Uhr florierte das Unternehmen und 1979 verließ die 500.000. Atmos-Uhr das Werk in der Schweiz mit viel gefeierter Fanfare, ein halbes Jahrhundert nach Einreichung des ersten Atmos-Uhr-Patents.